Politkarriere zu Lasten von Patienten und Ärzten!

Nina Warken hat es geschafft, sie ist auf der politischen Karriereleiter aufgestiegen und ist jetzt Kanzleramtsministerin! Das von ihr als Ex-Gesundheitsministerin durchgezogene GKV-Beitragssatz- Stabilisierungsgesetz stellt die gesamte ambulante ärztliche Versorgung vor riesige Herausforderungen. Die von ihr propagierte und im Gesetz verordnete „Einnahmenorientierter Ausgabenpolitik“ führt durch die massiven Kürzungen in der Vergütung der ambulanten Versorgung direkt in eine reduzierte Versorgung für alle gesetzlich krankenversicherte Patientinnen und Patienten. Was nicht bezahlt wird, kann zukünftig nicht mehr geleistet werden! Die Folgen dieser katastrophalen Gesetzgebung dürfen nun also die Bevölkerung und ihr Nachfolger im Amt, Carsten Linnemann, ausbaden. Das ist der Weg in eine deutliche Zwei-Klassen Medizin, die Leidtragenden werden unsere Patientinnen und Patienten sein. Mit den Folgen und Auswirkungen dieser Gesetzgebung für die ambulante Versorgung der Menschen in diesem Land wird sich Frau Warken dann nicht mehr beschäftigen müssen. Wir wünschen Herrn Carsten Linnemann als neuem Gesundheitsminister alles Gute und Erfolg dabei, das Gesundheitssystem wieder auf das richtige Gleis zu setzen.

Wir wünschen ihm ein offenes Ohr für die Anliegen aller im Gesundheitswesen, für die zu versorgenden Patientinnen und Patienten und für alle Leistungserbringer. Seien Sie offen und ehrlich zu den Bürgern in diesem Land und sagen Sie allen Betroffenen, welche Auswirkungen die neuen Gesetzgebungen für jeden haben werden. 97% aller Behandlungsfälle werden durch die ambulante Gesundheitsversorgung erbracht für nur 16% aller GKV-Leistungsausgaben.

Da gibt es nicht zu kürzen! Zumal dieser Sektor im Rahmen der zunehmenden Ambulantisierung eigentlich gestärkt werden müsste, da er wesentlich effizienter und effektiver arbeitet als der stationäre Bereich. So ließe sich langfristig wirklich sparen! Unsere ärztlichen und psychotherapeutischen Praxen sind zudem auch Unternehmen! In unseren ca. 100.000 Praxen arbeiten etwa 780.000 Menschen. Unsere Praxen sind ein wesentlicher stabiler Teil der Wirtschaft und sollen es auch bleiben.

Bisher gab es vom Bundesgesundheitsministerium nur Spargesetze, wirkliche Reformen fehlen. Das war und ist der falsche Ansatz. Als Dachverband der bayerischen Fachärztinnen und Fachärzte sind wir der absolut stärkste Facharztverband Bayerns und repräsentieren die gesamte fachärztliche Breite im Freistaat.

Herr Bundesgesundheitsminister Linnemann, werden Sie Partner von uns Leistungserbringern in der ambulanten Gesundheitsversorgung. Wir sind bereit für den Dialog zu echten Reformen, für eine stabile zukunftssichere Gesundheitsversorgung in unserem Land. Wir sind uns bewusst, dass es kein „weiter so“ geben kann. Aber es gibt Möglichkeiten, dies anders zu gestalten. Die Fachärzteschaft steht zum konstruktiven Dialog bereit.